Das Hüttle, mein “Großraumbüro”

[History of the Old Hut].

Das Hüttle wurde noch vor Jahren ausschliesslich als Geräteschuppen genutzt. Es hatte seine große Zeit in den 70ern als sich hier oben Relaxer und Relaxerinnen bei lustigen Gesprächen und einem guten Oberndorfer Bier erholt haben. Obwohl in den 70ern – da hat man noch nicht relaxt, da hat man sich einfach nur erholt. Ich schätze das Hüttle ist rund ein halbes Jahrhundert alt.

Bei meiner Gründung lag es nahe, die Hütte zu nutzen. Nicht völlig aus der Welt bei einer gewissen Ruhe und die minimalen Kosten sprachen dafür. Damals habe ich dann allerlei renoviert und gewisse Schäden beseitigt.

 

Lustigerweise zeigt Google immer auf aeiner Karte an, daß und ob ich mich im Hüttle befinde. Nun ist das für mich als Bestager-Männelein eher keine Gefahr.

Das Maximum an Gefahr waren “die verrückten Mädchen”. Die waren – während ich munter schlief – mich irgendwann in der Nacht besuchen gekommen. Hatten mit Lippenstift Kuss-Münder auf meinem Schreibtisch hinterlassen. Außerdem hatte ich vier leere Redbull-Dosen vorgefunden. Ein nächtlicher Gruß also. Lustig, lieb & belebend … (Da gab es nix. Die hatten sogar ihre Kippen in einen provisorischen Aschenbecher getan und die Stühle ordentlich an den Tisch herangerückt).

Ansonsten hält sich die Aufregung hier oben in sehr engen Grenzen. So kam im Vorjahr gelegentlich eine Erstklässlerin mich hier besuchen, stellte mir ihre Puppen vor und erklärte mir ein wenig das Leben. Also nichts ernsthaft Gefährliches.

Das klingt alles recht verwunschen, ist aber nur 100 Meter von unserer Hauptverkehrsstrasse entfernt. Zur Idylle trägt die Hecke und ein riesiges Biotop zur Linken bei. Du bist mittendrin und doch versteckt. Obwohl ich eher Klassik- und Rockfan bin, schätze ich die Konzerte unserer Stadtkapelle, deren Musik es am Freitag hier hinaufweht. Immer mit dabei: das Wölfle. Die mit ruhigen Blick wacht (oder schlicht und einfach nur schläft). Wir hören hier oben ganz gerne Bach.

Wobei ganz klar gesagt ist, der Hund gehört nicht mir. Ich bin nur der Mann, der mit dem Wölfle spazieren geht. Vermutlich denkt das Wölfle aber, daß ich ihr gehöre. Bin auf jeden Fall praktisch und folgsam …

 

Das Hüttle selbst ist im Laufe der letzten Jahre vom mir aufgehübscht worden. So habe ich im letzten Jahr die Täfelung gereinigt und vorsichtig mit Bienenwachs gepflegt. Die Täfelung war im Laufe der Zeit vor die Hunde gegangen, hatte sich sogar abgelöst.

 

 

Das Geheimnis meines “Großraumbüros” ist – denn das Hüttle hat lediglich sechs Quadratmeter – daß ich den Außenbereich auf der Terrasse auch noch nutze. Dies führt dazu, daß ein Mensch, der Zeit seines Lebens vorwiegend vor unzähligen Computern in irgendwelchen Räumen saß, nunmehr an der frischen Luft sitzt.

 

 

Da ja der Raum in der Hütte sehr beschränkt ist, habe ich den “Freitisch” modular aufgebaut. Dank Bock und Platte kann ich alles schnell wieder im Hüttle unterbringen.

Ach ja, es versteht sich, daß ich hier oben WLAN habe. Gelegentlicher Besuch aus Stuttgart (der Weltstadt) zeigte sich durchweg begeistert. Wozu auch immer ein gutes Oberndorfer Privat beigetragen hat*. Denn immer nur Redbull, ist wahrscheinlich auch nicht nur gesund …

 

 

[ Juni 2018 – zur Vorbereitung für ein längeres Digital-Projekt ]

 


 

* Unser Oberndorfer Privat wird mittlerweile bei Rottenburg gebraut. Ganz klassisch enthält das Oberndorfer Privat Alkohol. Es wird immer wieder erörtert, daß gerade der Niedergang der Oberndorfer Brauerei nicht unwesentlich auch damit zusammenhing, daß man sich in der Brauerei vor Jahrzehnten dem Trend der Zeit sogar auch alkoholfreies Bier zu brauen, nur verweigert hat. Wie auch immer: Jeder Stuttgarter Gast erhält hier sein Oberndorfer Privat zum unmittelbaren Durstlöschen. Mehr scheint als Autolenker irgendwo nicht vertretbar. [Weitere Oberndorfer Privat treten mitunter im Handgepäck mit den Stuttgartern die Heimreise an].

Mein Besuch aus Stuttgart ist stets sehr designorientiert und wir machen immer einen kleinen Spaziergang durch den Flecken. Unsere kleine Runde hier im Flecken ist eigentlich immer die Route Stadtkirche – dann unser Finanzamt als Gebäude [welches eigentlich gar nicht so uninteressant ist: “Eichhörnchen”] – am neuen Geschäft mit den Wasserpfeifen (dem Schwarzwälder Sisha-Center) vorbei, am alten Rathaus und dem Brunnen vorbei, dann die Staffel runter.

Immer wird bei unserem hiesigen Textilienhändler ausgiebig ins Schaufenster gekuckt, weil´s gut dekoriert und präsentiert ist. Anschliessend geht´s etwas rauf zur Brauerei und den Hang am Rosenberg hoch. Sogar Stuttgarter Design-orientierte Besucher sind dann zumindest zufrieden.{Wenn nicht gar erschöpft und müde-zufrieden}.

Das Ganze folgt den Ideen der Prüfungen in der Jugend, die ich abzuleisten hatte. Das nannte sich damals immer “bewährte Methoden” und “daran hätten Sie denken müssen”. Unsere Route versucht all dies abzudecken.

 

 

 

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