Du kannst diese alten Farben nicht richtig (exakt) nachkaufen

 

Heute wurde die Lackfarbe (Vorgeschichte siehe hier) geliefert. Auf dem Lieferschein stand “Pastelltürkis RAL 6034”, aber der gelieferte Farbton ist deutlich heller, sichtbar weniger grün und erkennbar blauer. Im Prinzip sieht das aus wie Celeste; im RAL Fabsystem läuft das unter RAL 6027 Lichtgrau.

Das große Problem bei den sehr alten Farbtönen ist immer, du kannst die heute (trotz RAL) nicht farbgenau nachkaufen. Pastelltürkis ist ohnehin sehr heikel, bei den deckenden kräftigen Farben ist das viel unproblematischer. Da hilft eigentlich wirklich nur ein Probeantrich.

Nun gut, das Pastelltürkis war rund 40 Jahre alt. In den vergangenen 40 Jahren haben sich die Farbpigmente und die Mischverfahren geändert. Man hat zum Beispiel “giftige” Pigmente, wie Schwermetalle eliminiert und substituiert. Geholfen hätte es nur, wenn ich den gleichen Lack (rund 40 Jahre alt) nachgekauft hätte. Und da hätte man am Sichersten dann Lack der gleichen Charge gekauft. Denn auch in den Chargen schwanken die Farbtöne leicht.

Jetzt wird (leider) das, was früher bald 50 Jahre lang pastelltürkis war, im neuen Anstrich Celeste-ähnlich. Gut, daß es heute leicht regnet. Bis morgen ist mein Ärger über den Unterschied bestellter und gelieferter Farbton vielleicht vergangen (“verstrichen”).

 

 

Gegen 17 Uhr dann doch die erste Tür mit erstem Anstrich versehen. Es ist absolut nicht der Farbton, der von mir erwartet war, aber das hat durchaus Pepp!

 

Die alten bislang mit der neuen Farbe ungestrichenen Türen wirken dunkler, weil das Sonnensegel Schatten liefert. Die mit dem ersten Anstrich versehene Tür gibt den Farbton genau wieder.

Bin nach langem Nachforschen dahinter gekommen, der vorhandene Lack ist natürlich durch lange Sonneneinstrahlung gealtert. Sogar die Farbe des Lackes wandelt sich im Licht. Auch der in der alten Dose verbliebene Farbrest ist in 40 Jahren gealtert.

Nun gut, ich habe mich an das Sichtbare gehalten, dem heute real existierenden Farbton. Mein RAL Farbfächer war relativ ungenau, weil ich einen “RAL Fächer, der im Lackzugverfahren hergestellt wurde”, benötigt hätte. Alleine Probeanstriche hätten die Probleme vermieden. So machen es ja auch die Maler (Anstreicher).

Über Hex-Werte RAL Farben zu bestimmen ist zum Scheitern verurteilt. Eine Umrechnung kann nicht annähernd genau erfolgen. Der als Pastelltürkis am Monitor dargestellte Farton ist eher verkehrt. Es gibt von RAL extra eine Hotline zu alten Farben. Ich habe mittlerweile massive Zweifel, daß dieses old-fashioned Grün überhaupt in der RAL-Tabelle vorhanden ist.

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