Erste Einzelhändler führen Beratungsgebühr ein.

Sich im Fachhandel freigiebig beraten lassen und dann im weiten, weiten Internet (“billig”) kaufen, kannibalisiert den Facheinzelhandel. Man muß den rationalen Nutzenoptimierern also entgegentreten.

Nun sind die Facheinzelhändler “auch nicht blöd” und steuern gegen: sie verlangen eine Beratungsgebühr.

Einen mutigen Artikel dazu finden wir heute in der “FAZ”.


 

[Add-on].

Unser Showroom Konzept bewirkt ein Reverse Showrooming [siehe zum Reverse Showrooming den Beitrag von Emily Adler auf Business Insider]. Es geht darum, Interessenten Information über das Internet zu bieten und durch diese Information die Kaufentscheidung im stationären Handel zu bewirken: Kucke im Netz und kaufe im Store. Das Showroom Konzept ist mit Präferenzbildung für den stationären Anbieter (Händler/Dienstleister) befasst.

Denn für kleine stationäre Anbieter kann es nicht zielführend sein, einen weiteren Online-Shop im Netz zu eröffnen. Weil da sind schon die Großen (like Amazon und Zalando) und tausende kleine Anbieter, die sich gegenseitig Konkurrenz machen.

Es ist für die stationären Anbieter (wie eigentlich immer) nur von Vorteil, wenn er um seine eigene Kostenstruktur und die Kostenstruktur im Onlinehandel weiß. So verursacht Beratung, Verkauf, Vertrieb beim stationären Handel nicht unwesentlich Kosten. Im Online-/Internethandel dagegen entstehen durch gesetzliche Verpflichtungen wie das Fernabsatzgesetz gleichfalls hohe Kostenblöcke.  Wenn zum Beispiel bestimmte Artikel wie Abendmode im stationären Handel vom Umtausch ausgeschlossen sind, der Online-Händler aber aufgrund der geltenden Gesetze im Fernabsatz sogar zur Rücknahme verpflichtet ist, trägt der Onlinehandel Kosten, die der stationäre Handel nicht tragen muß.

Das Einführen einer Beratungsgebühr ist nun der Versuch, entstandene Kosten konsequent zu verrechnen. Die Beratungsgebühr trägt nur der Nicht-Kunde, denn bei Kauf wird die Beratungsgebühr einem Käufer und damit Kunden angerechnet.

Von der Wettbewerbsfähigkeit des stationären Handels her ist die Einführung einer Beratungsgebühr nicht zwangsläufig nötig, da der Onlinehandel, die durch das Fernabsatzgesetz und Rücknahmeverpflichtung entstehenden Kosten zu tragen hat. Der traditionelle Einzelhandel ist also gar nicht zwangsläufig in einer Verliererposition.

Für unseren Fotohändler ist die Beratungsgebühr die sinnvolle Regelung um entstandene Kosten honoriert zu bekommen. Immer im Hinterkopf das Ende des großartigen Fotofachgeschäftes Hirrlinger, Calwer Strasse in Stuttgart. Es ist nur sinnvoll, seine eigenen Kosten zu tragen. Nicht sinnvoll ist es, die Kosten Anderer, die Kosten des Onlinehandels zu tragen. Es scheint nicht verursachungsgerecht die Kosten für die Beratung von Onlinekunden zu tragen. Ein Jeder trage seine Kosten und ver-/berechne sie !

 

 

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