IKEA – wie Profitmaximierung der Vermieter zur Abänderung des Rücknahmerechts führt

IKEA bot seinen Kunden langjährig ein äußerst kulantes Rücknahmerecht. Und so haben die IKEA-People bei Rücknahmen nie viel Tamtam gemacht, sondern zurückgenommen und dem Kunden kulant den Kaufpreis erstattet. Die Presse [auch die “Stuttgarter Zeitung”] berichtet gerade über die Änderung des Rücknahmerechtes bei IKEA.

Die Zeitschrift t3n berichtet bislang als einzige Zeitung, daß IKEA das Rücknahmerecht ändern musste, weil findige Vermieter möbiliert zu vermietende Wohnungen mit IKEA Möbeln ausgestattet hatten und bei Abnutzung der Möbel über das Rücknahmerecht die wertmäßige Abnutzung der Möbel auf IKEA übertragen haben.

Durch die volle Rückerstattung des Kaufpreises seitens IKEA an die Vermieter wurden die Möbel zwar wirtschaftlich von den Vermietern genutzt, es entstanden den Vermietern aber keine Kosten. Man sollte noch erwähnen, daß unser Gesetzgeber keine Mietpreisbindung bei möbiliert vermieteten Wohnung verlangt. Die Vermieter konnten also hohe Preise bei niedrigen Kosten verlangen. Marktwirtschaftliche Prozesse und das konsequente Profitmaximieren führten letztendlich zu einem Ändern der Rahmenbedingungen bei der Ikea-Rücknahme-Bedingungen.

Interessanterweise sieht man am IKEA Rücknahmebeispiel, daß die konsequente Externalisierung der Kosten, hier bei den Vermietern (und die individuelle Profitmaximierung {P(max!) und K(min!)} zum Zusammenbruch von bewährten Systemen (und Prozessen!) führt. Der Gedanke bei der Externalisierung von Kosten ist ja ein ganz pfiffiger Gedanke: jemand anderes trägt meine Kosten. Man hat die Kosten verschoben. Das Problem bei der Externalisierung von Kosten bleibt jedoch, daß “irgendjemand” diese Kosten tragen muß. Die Zurechenbarkeit ist nicht mehr gegeben. Es ist also zu fordern: ein jeder trage seine Kosten. So wie in einer marktwirtschaftlichen Ordnung das Eigentum geschützt ist, ist auch die Kostenverrechnung nach Zurechenbarkeit zu fordern.

 


[1] “Vermieter hebeln mit möblierten Wohnungen Mietpreisbremse aus”, Spiegel-Artikel aus 2016

[2] Formelsammlung für Wiwi

[3] Akkumulation

[4] Zum (immer noch) bei IKEA geltenden Recht,
eine Matraze ein Jahr Probeliegen zu dürfen.
Auch dieses “Recht” ist marktwirtschaftlicher Blödsinn!
Denn auch hier gibt es Imparität,
der Kunde hat den Nutzen und Ikea die Kosten.

error: Content is protected !!

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen