Die Nutzung von Email bewirkt Zustimmung zur Speicherung der Emails

Während die Gegenstände in unserer Umgebung mittlerweile munter Daten in die weite Welt schicken, kämpfe ich immer noch für die Datenschutzgrundverordnung. Irgendwann habe ich gestern bei der Umsetzung unserer DSGVO kurz die Lust verloren. Aber auch diese Unlust produktiv nutzen können. Am Ende habe ich in meine Datenschutzerklärung hineingeschrieben, daß die  Nutzung des Mediums Email eine Zustimmung zu meiner Datenschutzerklärung bewirkt.

Das ist nun keine “unerwartete Wendung”, denn Emails muß man technisch gesehen immer auf dem Computer speichern. Selbst die Nutzung von Webmail verlangt ein Zwischenspeichern von Daten auf dem Computer. Wenn man durch die reine faktische Nutzung die Zustimmung zum Speichern erklärt, dann entfällt ein Opt-In und ein sicher zu dokumentierendes Häkchen auf einem Computerbildschirm*..

Ich sage immer, wenn die Leute alle rechtlichen Facetten berücksichtigen würde, dann würde kein Mensch einen Kaufvertrag abschliessen oder je heiraten. Man muß auch sehen, daß gerade “die Kleinen” ihre Kunden nicht verärgern möchten. Deshalb ist die Datenschutzerklärung auch ein ganz zentrales Marketingproblem. Und natürlich auch ein Design- und optisches Problem.

Alleine schon die Länge des Wortes “Datenschutzerklärung” bewirkt eine nicht ganz so optimale optische Wirkung. Diese Verordnung stellt für alle One-Pager Sites im Netz auch ein enormes logisches Problem dar. Du willst alles kompakt auf einer Seite haben, um eine geballte Werbewirkung zu erreichen, musst aber für “Impressum” und “Datenschutzerklärung” extra Untersides einfügen.

Aber diese Anforderungen werden uns alle ein Weilchen begleiten. Wobei man sehen muß, in Deutschland war Datenschutz schon vor der DSGVO nicht ungeregelt. Denn, ob ich Löschung von Daten wegen meines Persönlichkeitrechtes verlange oder wegen der DSGVO ist von der Rechtswirkung her für die Betroffenen ziemlich einerlei. Aber die DSGVO gibt da ganz konkret Vorgaben.

Gerade Löschungsbegehren sind auch nach dem neuen “europäischen Recht” weiterhin nur schwer zu bewirken, da steuerliche Vorschriften dem oft entgegen stehen. Man muß ganz klar sehen, ab dem Moment in dem ein Interessent Kunde wird, greifen die Gesetze (Steuergesetze, Abgabenordnung) und die Betriebe müssen speichern, archivieren. Die Speicherfrist ist dafür in der Regel zehn Jahre. Der Gesetzgeber bietet uns in seiner Güte ja auch die Möglichkeit Rückstellungen für Archivierung zu bilden.

Wenn auch die Löschung von Kundendaten an den gesetzlichen Fristen zur Aufbewahrung scheitert, einmal ganz einfach die Frage gestellt: Wann hat ein Kunde jemals auf Löschung seiner Kundendaten bestanden? Was schätzen Sie, wie viele Kunden werden einen Antrag auf Löschung stellen? Einer von 1.000 oder einer von 2000 – oder eher gar kein Kunde?

 


*Wobei man mit dem Opt-In im Grunde genommen nur die Probleme technisch-rechtlich verschiebt. Denn der Anspruch die Rechtsicherheit einer Datenbank – die Echtheit der Datensätze – zu gewährleisten, erfordert einen hohen administrativen Aufwand und eine gute IT-Abteilung. Da braucht man dann eine Verfahrensdokumentation über das Datenbankmanagement. Und Kleinbetriebe haben so etwas nicht – bis nie.

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