Von den üppigen Datenschutzerklärungen

Das mit den Datenschutzerklärungen “eskaliert gerade ein wenig”.

Alle Leute mit denen ich jemals zu tun hatte (oder auch nicht zu tun hatte), schicken mir gerade per Email oder Post ihre Datenschutzerklärungen. Google schickt mir mehrmals täglich interessante Änderungen zu deren Datenschutzerklärung. Die ich fallweise mit einem Klick bestätigen darf oder auch nicht. Das mit dem Klick scheint mir ohnehin einerlei.

Denn sehen wir es realistisch, wenn die IP-Adresse nicht erfasst wird, wie sollte man dann eindeutig (rechtsverbindlich) einen beliebigen Klick von mir im weiten Internet zuordnen können. Und die Teilanonymisierung der IP-Adresse bringt erst recht keine Eindeutigkeit. Denn wenn Du das letzte Oktett der IP-Adresse anonymisierst, dann hättest du 256 Klickfähige, die dir eine Datenschutzerklärung anklicken. Richtige Eindeutigkeit schaut anders aus.

Zum Teil arbeiten die Kollegen mit “allen Tricks”, damit ich auch nur kurz in deren pfiffige Datenschutzerklärungen hineinschaue. Denn hast du auch nur einen Blick hineingeworfen, dann hast Du´s akzeptiert, Denken die. So hat mir gestern ein IT-Werber aus dem Großraum Stuttgart unverlangt Email-Werbung geschickt. Mit dem pfiffigen Angebot, daß ich einen “Urlaub im Schwarzwald” gewinnen könne. So frei nach dem Motto: “Mal wieder die Tannen umarmen”. Als ob ich vom Schwarzwald nicht genug hätte. Eine Woche Stuttgart, das wär´s für mich: Endlich mal wieder frei durchatmen und fleissige Bauarbeiten mitfühlend verfolgen.

Als ich deren reizvolles Gewinn-Angebot wegklicken wollte, luden mir die eifrigen IT-Werber sogleich freimütig eine überaus üppige (höchst-detaillierte) Datenschutzerklärung auf meinen Computer herunter. “Da-häscht” – eine gigantische Textwüste mit vielen, aber richtig vielen engbeschriebenen Seiten rechtlicher Belehrung (Beleerung), geschrieben von einem Generator. Da möchte man doch am liebsten sagen: schicken Sie das von Ihrem Generator Geschriebene meinem Generator – der liest das und klickt Ihnen das.

Das war tatsächlich schon ein Verstoß gegen den Datenschutz nach altem Recht. Unverlangt Email-Werbung verschicken – sogar mit pfiffigen Gewinnspielen mit so genialen Preisen wie “Schwarzwald-Urlaub” – war schon nach altem Recht nicht zulässig. Und das freimütige Herunterladen einer üppigen Datenschutzerklärung in meinen Acrobat Reader ist rechtlich auch nicht ganz unbedenklich. Denn freiwillig will man so etwas wie computergenerierte Rechtstexte in der Regel nicht gespeichert haben – und schon gar nicht lesen.

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