Von Windows, dem Internet, Überwachung, dem Heuhaufen und der Nadel

Es geht noch einmal kurz um meinem vorigen Beitrag und den Film in der ARD zu Windows. Nun habe ich als langjährig-langweiliger Bestager keine Angst, dass mich Geheimdienste über Windows ausspionieren. Kein Mensch will uns konkret überwachen, man will nur ständig und rund um die Uhr erfassen, was wir alle tun.

„Man braucht den Heuhaufen, um die Nadel darin zu finden“, hat NSA-Chef Keith Alexander einmal gesagt. Genau das ist der Punkt: kein Mensch hat ein Interesse daran, Einzelne konkret zu überwachen. Trotzdem brauchst du unbedingt eine gigantische Anzahl an Daten um die berühmte Nadel im Heuhaufen zu finden. Praktischerweise erfasst du alle, jeden und alles rund um die Uhr, um genau das zu finden, was du suchst. Denn das Verdächtige wird vor der Masse der unverdächtigen Daten sichtbar. Und für dieses Spiel “Nadel gleich Nicht-Heuhaufen” brauchst du riesige Datenmengen. Nichts besser, also als die vorbeugende Rundum-Totalerfassung. Dabei ist es wichtig, dass gar nicht die Einzeldaten von Interesse sind, sondern ein Profil gebildet wird. Es ist genau so, wie die naiven Menschen immer sagen, “wer nichts zu verbergen hat, braucht keine Angst zu haben”. Das ist bei Wohlverhalten (Regelkonformität) in der Regel so. Man kann sich trotzdem vorstellen, daß wer sich etwas ungeschickt verhält, sich gewaltig verdächtig macht.

Bei der Analyse von riesigen Datenmengen ergeben sich neue Gewißheiten (sprich “moderne Blödheiten”), wie die Erkenntnis, dass Menschen, die inspirierende Zitate auf Facebook posten, tatsächlich dumm sind (siehe Artikel im Anhang [1]). Ein schlauer Mensch (IQ > 140) wird nun inspirierende Zitate auf Facebook posten mit dem Hintergedanken, lieber als dumm zu erscheinen, als tatsächlich dumm zu sein.

Die beste Gegenstrategie bleibt die Vermeidung des Abgreifens der Daten. Eine gute Hilfe ist da, die Nutzung von Linux als Betriebssystem und Tor als Proxy bei der Internetnutzung. Selbstverständlich kann man selber Sicherheit auch bei Windows 10 erhöhen [2]. Insgesamt sollte man immer sehen, dass “Sicherheit” nicht aus der Wahl des Betriebssystemes folgt, sondern vorwiegend aus dem administrativen Aufwand, den man betreibt. Das alles ist aber nicht wirklich neu oder originell, sondern seit vielen Jahren bekannt.

 


[1] “Im Raster”, Artikel aus der FAZ vom 14.2.2018, Interview mit Yvonne Hofstetter

[2] Einen Weg Windows zu härten findet man bei Chip: die Hardentools. Noch sicherer reist im Internet mit Windows, wer den Browser in the Box verwendet. Durch Virtualisierung des Browsers wird die Ansteckung von Windows mit Unsicherheiten vermieden.

[3] Es wäre sicherlich  ein hohes Ziel Europa ein Europäisches Linux (ziemlich einerlei, ob basierend auf Debian, Suse oder Fedora ) zu gönnen. Auch dies kann den Europäischen Gedanken nur fördern.

Das Europa-Linux wäre übrigens nur ein weiteres Europäisches Open-Source-Projekt, die Europäische Open-Source-Cloud wurde vom maltesischen Finanzministerium, dem italienischen Wirtschafts- und Finanzministerium und einer britischen Einheit gegen organisierte Kriminalität bereits entwickelt und implementiert [Pro-Linux vom 20. Februar 2018].

 

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