Warum eine Sockenpuppe die richtigen Schlüsselwörter liefern sollte …

Hier wird über eine (ein und dieselbe) Aushilfstätigkeit in einem Stellen-Job-Bewertungsportal geschrieben. Die Beschreibung 1 der Tätigkeit scheint ein “etwas unzufriedener” Ex-Mitarbeiter geschrieben zu haben. Lustiger (deutlich lustiger!) ist aber die Beschreibung 2, der vermutlichen Sockenpuppe.

Beschreibung 1. “Die Aufgaben waren immer dieselben, Ware auspacken und einräumen. Wenn man dies nicht geschafft hatte gab es sofort Ärger und man musste Überstunden leisten. Die Mitarbeiter sowie die FL waren sehr unfreundlich. Ich stand IMMER alleine auf der Verkaufsfläche und musste auch mehrere Abteilungen alleine besetzen und es gab so gut wie keinen den man um Hilfe bitten konnte. Man wurde so gut wie gar nicht eingearbeitet .

Die Kunden haben sich oft bei mir über den hochen Personalmangel beschwert und wenn mal einer von den Mitarbeitern da war, dann hat man diese nur im Büro oder in den Pausenräumen quatschen sehen. Musste sehr viele Überstunden leisten die ich nicht wieder gutgeschrieben bekommen habe. Mit den Arbeitsstunden wurde man von vorne bis hinten verarscht ! Es wurde viel Druck auf einen ausgeübt und man war für die immer zu langsam”.

Man sieht in der Arbeitsbeschreibung 1, der Mitarbeiter kommt total unsympathisch und unzufrieden herüber. Eine positivere Sicht und eine gewisse Anpassung war hier dringend nötig. Dies übernimmt die Sockenpuppe in der Rolle Mitarbeiter 2 eifrig und verschafft uns dann über die (Fake)-Bewertung des “Mitarbeiter 2” ein gefälligeres Bild.

Beschreibung der gleichen Tätigkeit durch Mitarbeiter 2. “Super, hier durfte ich selbst aus Aushilfe selbstständig und Kundenorientiert arbeiten. Kundenfreundlichkeit und das kundenorientientierte Arbeiten durfte ausgelebt werden. Die Mitarbeit von mir wurde sehr geschätzt. Pausenzeiten und Ablösezeiten an der Kasse liefen super. Ich hatte das Gefühl, dass man mir Arbeit anvertraut hat und die Cheffen mir dabei das Vertrauensgefühl gaben. Ich durfte meine Schlüsselqualifikationen zeigen und glaube, dass auch diese gesehen wurden. Alle Mitarbeiter im Team kamen mir sehr freundlich rüber.

Auch in der kurzen Zeit hatte ich ein Gefühl, dass ich diese kurze Zeit dazu gehörte. Das fand ich persönlich schön. Ich war nicht DIE AUSHILFE, sondern hatte das Gefühl auch als Aushilfe zum Team zu gehören.

Mich hat nur ein wenig der Mindestlohn gestört. Aber nur wenig, da ich froh war, Arbeiten zu dürfen”.

“Mitarbeiter 2” liefert die Stichworte der Stellenbeschreibung “selbstständig und kundenorientiert”. Er zeigt eine bewundernswerte Anpassungsleistung, findet alles super und ihm werden Arbeiten “anvertraut”. Eigentlich kein Wunder, daß der Mitarbeiter sich nur wenig vom Mindestlohn gestört fühlt. Denn wer wird immer Wert auf Geld legen. Das ist in der Beschreibung eine Aushilfsstelle mit dem totalen Feeling, deshalb erwähnt Mitarbeiter 2 auch so häufig das Wort “Gefühl”.

Beide Stellen- und Arbeitgeberbewertungen – von Mitarbeiter 1 und von Mitarbeiter 2 – habe ich dem gleichen Stellenbewertungsportal entnommen. Beide Bewertungen stehen dort lustiger-/logischerweise hintereinander. Nicht wundern – ich halte Mitarbeiter 2 für eine Fake-Bewertung einer Sockenpuppe. Natürlich kann eine Aushilfe dumm sein, eine gewisse Dummheit ist da mitunter Eintrittsvoraussetzung, aber so dumm und dämlich wie “Mitarbeiter 2” kann niemand sein. Als Sockenpuppe (sprich bei einer Fakebewertung) hat der Verfasser “Mitarbeiter-2” den Fehler gemacht die falschen Stich- und Schlagworte zu erwähnen. Zudem hat er noch den Fehler gemacht diese falschen Stichwörter zu übertreiben. Eine miese Sockenpuppe …

Bei genauer Überlegung ist es aber gar nicht so leicht Fake-Bewertungen zu erkennen. Es besteht ja auch die Möglichkeit, dass die Bewertung des Mitarbeiters 1 von einem Mitbewerber geschrieben wurde. Die Bewertung 2 könnte somit also auch provoziert worden sein. Dann haben wir es sogar mit zwei Fakes zu tun. 

Der Fehler liegt im Datenschutz beim Portalbetreiber. Das Bewertungsportal sollte (“muß”) durch geeignete Massnahmen eine gewisse Echtheit der Einträge sicherstellen. Meiner Meinung nach muß (vorsichtiger “sollte”) eine Löschung beider Bewertungen zeitnah erfolgen. Denn dem realen Stellenanbieter entsteht sowohl durch die (ungeschickte) Fake-Bewertung als auch durch die Bewertung 1 ein wirtschaftlicher Schaden. Weil zumindest eine Fakebewertung vorgenommen werden konnte, bestehen Zweifel an der Echtheit beider Bewertungen. Beide Bewertungen sind (auf Verlangen) zu löschen.

Fake-News, Bots und Sockenpuppen – eine Begriffsklärung

 

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